Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Tschudi

AES B0370 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#507*

Johann Jakob Tschudi an Alfred Escher, St. Gallen, Montag, 7. April 1845

Schlagwörter: Berufsleben

Briefe

Mein theurer Freund.

Ich bin nun seit einigen Tagen hier um wo möglich die Publication meiner Fauna etwas zu beschleunigen und zugleich auch für einige Monate der Schweizerluft zu genießen. Ich erlaube mir dir schon jezt mit einer Bitte beschwerlich zu fallen, mir nämlich die Bücher, deren Titel du auf dem beigeschloßenen Zettel findest, von der Stadtbibliothek zu verschaffen. Es ist freilich etwas ungesetzlich, die Bücher aus der Stadt wegzuschiken, aber wir leben gegenwärtig in einer Zeit die kein Recht nach Gesetz kennt und so ein kleiner Fehltritt würde, wenn er auch bekannt würde, Entschuldigung finden. Daß ich die größte Sorgfalt den Büchern [wiedmen?] werde und dir dieselben auf Verlangen sogleich wieder zurücksende brauche ich dir kaum zu bemerken.

Mit der Bitte diese flüchtigen Zeilen zu entschuldigen und mich deinen Eltern aufs herzlichste zu empfehlen

bin ich Dein

treuer Freund

v. Tschudi

St. Gallen 7. IV. 45.
am obern Graben

Kontexte