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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B0271 | FA Tschudi

In: Jung/Fischer, Escher Briefe, Band 2, Nr. 61

Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, Glarus, Freitag, 21. Oktober 1842

Schlagwörter: Rechtliches, Universitäre Studien

Briefe

Mein theurer Escher!

Du wirst Dich hoffentlich nicht darüber verwundern, daß Du seit unserm Abschiede in Urnäschen noch kein Lebenszeichen von mir erhalten hast;1 denn Du weißst ja, daß ich mich 14 Tage lang im Militärdienste befunden habe, der den größten Theil meiner Zeit in Anspruch nahm u. mich selten oder nie in die zum Briefschreiben erforderliche, ruhige u. unbefangne Stimmung kommen ließ. Es war dies eine langweilige Zeit, die sehr wenig angenehme Eindrücke in mir zurückläßt; denn was mir früher das Militär noch erträglich gemacht hatte, der Reiz der Neuheit u. eine angenehme Geselligkeit, fehlten diesmal ganz. Nichtsdestoweniger gereicht es mir zur Beruhigung, gegen das Vaterland auch in dieser Beziehung meine Pflicht erfüllt u. durch ein gutes Beispiel vorgeleuchtet zu haben; zugleich bin ich mir bewußt, in meiner Stellung als Offizier den Gemeinen gegenüber, die wahrlich unter einem demokratischen Volke nicht zu den leichten gehört, Manches gelernt zu haben, was mir auch für die Zukunft in praktischer Beziehung sehr wichtig seyn kann.

Eine sehr intressante Zerstreuung u. geistige Erhebung gewährte mir in den Stunden, wo ich den «Waffenrock» ausziehen konnte, Deine Abhandlung2, die ich dann regelmäßig zur Hand nahm. Du hast mich um mein Urtheil über dieselbe gebeten, u. ich glaube es nicht besser u. zugleich für Dich nicht schmeichelhafter ausdrücken zu können, als wenn ich mit vollster Gewißheit mir zu sagen getraue, daß, wenn mir auch der Verfasser völlig unbekannt wäre, ich sie mit größter Befriedigung gelesen haben würde u. für ein sehr ausgezeichnetes Werk eines jungen Gelehrten erklären müßte. Das Intresse, welches ich an dem Verfasser nahm, das durch die für mich so erfreuliche u. ehrenvolle Dedikation3 noch gesteigert worden war, hat nun natürlich auch noch dasjenige an der Arbeit erhöht. Was mich vereinzelt, wenn Du mich in Briefen oder mündlichen Gesprächen darauf hinführtest, nicht sehr anzog oder wenigstens nicht meine lebhafte Aufmerksamkeit auf sich | richtete, das hat nun, in ein schönes Ganzes zusammengestellt, mein lebendigstes Intresse erweckt u. mich so sehr für die Sache eingenommen, daß ich nicht blos auf's neue davon überzeugt worden bin, daß die Wiederherstellung des klassischen römischen Rechts in allen seinen Theilen als eine der würdigsten Aufgaben für einen Juristen zu betrachten ist, sondern mich auch selbst versucht fühlen könnte, diesem Zwecke meine Kräfte zu wiedmen, wenn mich nicht äußre Verhältnisse eben so sehr wie innre Neigung schon fast zu weit in ein andres Studium hineingezogen hätten. Der Stoff Deiner Arbeit hat mich schon als etwas Prozessualisches, welches mir überhaupt, besonders seitdem ich mich in der Praxis bewege, sehr nahe liegt, sehr intressirt; das Zeugenverfahren bildet ja im Civilprozesse, besonders wo der Gebrauch schriftlicher Beweismittel noch nicht so verbreitet ist, immer den wichtigsten Beweis u. muß auch im Strafprozesse als solcher überall angesehen werden, wo entweder auf ein Geständniß überhaupt nicht hingewirkt wird oder ein solches nicht erhältlich ist. Um so wichtiger war mir eine Untersuchung über diesen Theil des Prozesses, wie er unter einem Volke, das anerkannter Maßen im Rechte das Vorzüglichste geleistet, u. zu einer Zeit, wo gerade der äußere Rechtsgang noch in vollster Blüthe stand u. die freie, republikanische Verfassung ein freies, öffentliches u. mündliches Rechtsverfahren begünstigte, sich ausgebildet hatte. Ich war verwundert, aus Deiner Abhandlung zu ersehen, welche reiche Fundgrube für den ältern, bisher so sehr vernachläßigten röm. Criminalprozeß, für den aus Geib's4 Werke5 gewiß auch wichtige Aufschlüsse zu erwarten sind, in Cicero6 & Asconius7 zu finden ist; ich mache nur z. B. auf das so intressante Verfahren nach der lex Pompeja de vi8 aufmerksam, von welchem Du S. 120 u. 130ff. sprichst. Sehr schön u. das bei den Römern übliche gerichtliche Verfahren recht anschaulich darstellend ist auch die Zusammenstellung der Stellen über das Kreuzverhör auf S. 104–107, zu welchen noch die intressante Stelle bei Macrobius9, citirt auf S. 146, (ich hatte große Lust, sie meinem vielbesprochnen Collegen10 zu verdeutschen) hinzukommt; letztre erinnerte mich besonders lebhaft an englische Gerichtsverhandlungen, die ich früher gelesen hatte, wo auch immer der Anwalt des Angeklagten die vom Ankläger aufgeführten Zeugen durch die Gegenfragen, die er an sie richtete, als bürgerlich u. moralisch möglichst tief stehende Menschen darzu| stellen bemüht war. Diesen so intressanten Stoff hast Du nun offenbar nicht blos mit großer Gründlichkeit u. außerordentlichem Fleiße aus den Quellen zusammengesucht u. mit einer sehr seltnen Gewissenhaftigkeit benutzt, sondern auch die gewonnenen Resultate auf eine schöne, durchsichtige u. geistvolle Weise in ein Ganzes vereinigt. Ueberraschend ist es oft, wie glänzend Du, der Du ohne Zweifel zuerst diese Materie recht gründlich untersucht hast, die Ansichten auch sehr bedeutender Gelehrter widerlegen kannst. So hast Du z. B. einmal (S. 86) den Herrn Rein11 auf einer großartigen Oberflächlichkeit ertappt, u. eben so unbegreiflich ist mir die Ansicht Klenze's12 (S. 39), welcher die Zeugnißfähigkeit der Weiber zu Cicero's Zeit läugnete, u. die S. 17 gerügte (Geib's?), welche behauptet, daß Städte u. Corporationen nur allgemeines Lob u. Tadel aussprechen, aber keine wahren, speziellen Zeugnisse ablegen konnten. Als sehr elegant muß ich auch noch die S. 75 angestellte Untersuchung über die Person des von Val. Max.13 angeführten Aemilius Scaurus14 hervorheben, u. eben so glänzend ist die Deduktion, welche die testamenti factio15 des intestabilis16 betrifft, auf S. 31, (N. 64). Dagegen will ich Dir nun auch die wenigen Stellen Deiner Arbeit, wo ich mit Deiner Ansicht nicht einverstanden bin, nicht verhehlen. – 1) Für die Beantwortung der wichtigen, von Dir unentschieden gelaßnen Frage, ob die Unmündigen zu Cicero's Zeit zeugnißfähig waren oder nicht, ist die Stelle bei Cic. in Verr.17 I, 37. jedenfalls die wichtigste. Ich kann Dir so viel zugeben, daß sich mit mathematischer Gewißheit ein Schluß nicht aus ihr ziehen läßt. Allein einerseits ist es doch sehr wahrscheinlich, daß Malleolus18 auch zur Zeit der gerichtlichen Verhandlungen über die Verbrechen des Verres19 noch unmündig war, was zwar freilich weniger aus den Worten: «hanc primam in foro vocem»20 (die doch auch eher dafür als dagegen sprechen), um so mehr aber daraus hervorzugehen scheint, daß die Mutter u. Großmutter in ihrem Zeugnisse aussagten: «eversum puerum patriis bonis esse»21 . Wäre Mall. damals mündig gewesen, so hätten sie (od. Cic. in ihrem Namen) gewiß eher «adolescentem»22 gesagt; denn sie dachten sich diese Beraubung gewiß nicht als ein früher dem Knaben zugestoßnes, nun vorübergegangnes Faktum, sondern, da das Geraubte noch nicht zurückgegeben war, als eine noch fortdauernde, ihren Sohn u. Enkel auch jetzt noch beeinträchtigende Handlung. Auf der andern Seite scheint es mir nun so klar als möglich zu seyn, daß Mall. kein Zeugniß ablegte; denn nicht nur werden blos die «testimonia matris & aviae»23 citirt, sondern es werden in den beiden Sätzen: «cur cogis emittere, cur testim. dicere»24 diese Zeugnisse jener prima vox bestimmt gegenübergestellt, welche | ich nicht anders verstehen kann, als daß der kleine Mall. die Richter um Gerechtigkeit gegen seinen untreuen Vormund anflehte, wie Du ja auch dem Erscheinen des Unmündigen vor Gericht diesen Zweck beilegst. Nun bleibt freilich die von Dir berührte Möglichkeit offen, daß Mall. blos darum nicht Zeugniß sagen konnte, weil er zur Zeit, als Verres seine verbrecherischen Handlungen gegen ihn beging, noch zu jung war, als daß er davon hätte Kenntniß haben können. Allein einerseits hätte er ja doch für die Fortdauer der Beraubung, d. h. dafür, daß der größte Theil der ihm entzognen Vermögensgegenstände noch nicht zurückerstattet worden war, Zeugniß ablegen können; anderseits scheint doch, wenn aus allgemeinen Gründen die Unfähigkeit der Unmündigen zum Zeugniß wahrscheinlich gemacht werden kann, die Stelle als diese Vermuthung unterstützend angeführt werden zu können. Mir scheint nun aber aus Allem hervorzugehen, daß bei den Römern, wie bei den alten Deutschen, wo das Gericht zugleich Volksversammlung war, die Fähigkeit, ein Zeugniß vor Gericht abzulegen, auf die allgemeinere Fähigkeit, selbstständig vor Gericht aufzutreten u. im Gerichte zu erscheinen, die nur dem freien, volljährigen Manne zustand, sich gründete. Aus diesem Grunde waren Sklaven davon unbedingt ausgeschlossen – warum hätte man sie sonst nicht anhören sollen, da es ihnen doch gewiß an der Fähigkeit wahrzunehmen nicht fehlte – u. ebenso in früherer Zeit die Weiber; was erweislich erst spätre Zeiten hierin änderten, kann gegen den ursprünglichen Grundsatz nicht angeführt werden. Aus demselben Grunde wurden ohne Zweifel auch die Unmündigen, von denen wir es für die spätre Zeit durch die lex Julia de vi25 bestimmt wissen, noch viel mehr in der frühern Zeit als unfähig zum Zeugnisse betrachtet. – 2) Für Deine Ansicht von der Zeugnißunfähigkeit des intestabilis scheint mir die Stelle von Gajus26 etwas bedenklicher, als Du sie aufgefaßt hast. Mir geht es hier wie Zimmern27: daß für einen intestabilis in gar keinem Falle ein Zeugniß abgelegt werden konnte, schiene mir eine viel zu harte, zu seinem Vergehen in gar keinem Verhältnisse stehende Strafe zu seyn, da er dadurch, wenn auch nicht immer, doch in sehr vielen Fällen rechtlos geworden wäre, u. ich kann mir daher eine solche Ansicht, wenn sie auch nur von Wenigen getheilt wurde, fast gar nicht denken. Immerhin aber scheinen mir die übrigen von Dir angeführten Argumente für Deine Ansicht zu sprechen; u. ich möchte daher annehmen, daß jenes Fragment aus einem Zusammenhange herausgerissen sey, wo Gajus unzweideutig blos von den Testamenten sprach, an andre Zeugnisse in diesem Augenblicke gar | nicht dachte. So muß bei l. 18 qui testam. fac.28 angenommen werden, daß hier nicht alle Wirkungen der Intestabilität aufgezählt seyen, da dieselbe sonst auch Deiner Ansicht widersprechen würde. Als ganz unzweifelhaft möchte ich daher diese wirklich nicht hinstellen. – 3) Die Stelle Cic. pro Cluent.29 57, welche dem Grundsatze des Zwanges zum Zeugnisse zu widersprechen scheint, scheint mir am natürlichsten so ausgelegt werden zu können: wenn dieses Gesetz auch auf die plebs30 bezogen werden sollte, so würde kein Plebejer mehr gegen einen in einem judic. publ. 31 Angeklagten ein Zeugniß ablegen wollen. Denn der Zwang bezog sich ja doch nur auf das Erscheinen vor Gericht, um Zeugniß abzulegen; so oder anders hier auszusagen, konnte Niemand gezwungen werden. – 4) Zu S. 65. Zimmern verdient, wie mir scheint, insofern Deinen Tadel ganz, als sich aus der Strafe der Intestabilität das Nichtbestehen eines Zwangs zum Zeugnisse im Civilverfahren darum nicht schließen läßt, weil es gar leicht möglich wäre, daß man wegen der Wichtigkeit des Zeugnisses über Testamente ein härteres Uebel hätte androhen wollen, als dasjenige war, welches gewöhnlich aus dem Nichterscheinen vor Gericht folgte, wenn Einem zum Zeugnisse denuntiirt worden war. Dagegen thust Du ihm wohl etwas Unrecht, wenn Du glaubst, er hätte konsequenter Weise für die judicia publica das Gleiche wie für die jud. privata 32 behaupten sollen; denn offenbar war doch die Beziehung des Testamentszeugnisses auf diese letztern die hauptsächlichere, so daß, wenn auch bei den jud. publ. ein Zwang bestand, doch gar wohl wegen des Mangels desselben bei den jud. priv. jene Strafbestimmungen hätten aufgestellt werden können. – 5) Zu S. 85. Die sämtlichen Stellen, welche Du über die Fragen, ob die Gesandten von Städten u. s. w., welche ein von diesen beschloßnes Zeugniß dem Gerichte überbrachten, dasselbe im Namen ihrer Committenten zu beschwören hatten, angeführt hast scheinen mir eher gegen als für Deine Ansicht zu sprechen. So namentlich die Stelle pro Rab. Post.33, von der ich eigentlich nicht recht einsehe, wodurch Du sie entkräften willst; dann auch die Stellen pro Archia34 & pro Fontejo35 die zwar freilich verschiedne Auslegungen zulassen, von denen mir aber die von Dir zuletzt angegebne bei weitem die wahrscheinlichste zu seyn scheint. Am unpassendsten schiene mir die Erklärung durch den allgemeinen Amtseid der Senatoren, besonders in der Stelle pro font., wo sich «jurati» sowohl auf Privatleute, die für sich, als auch auf Gesandte, die im Namen ihrer Städte u. Völkerschaften Zeugnisse ablegten, bezieht. Aber eben so kommt es mir auch wahrscheinlicher vor, daß die Gesandten Namens | ihrer Committenten (wie ja auch bei Bündnissen u. andern staatsrechtlichen Handlungen zu allen Zeiten zu geschehen pflegte) vor Gericht den Eid leisteten, als daß dies von den Staaten oder Volksversammlungen zu Hause geschehen wäre, wovon ja das Gericht kaum zuverläßige Kunde erhalten hätte. – Diese Bemerkungen, denen ich selbst, als in den Klassikern nicht so belesen u. mit der Litteratur dieser Materie nicht so vertraut wie Du, nur theilweisen Werth beilegen kann, mögen nun vor Allem Dich davon überzeugen, daß ich Deine Abhandlung mit Intresse u. Aufmerksamkeit gelesen habe. Die Trefflichkeit, die ich ihr im Ganzen zugestehen muß, wird hoffentlich einen edeln Wetteifer, auch meinerseits etwas Tüchtiges zu leisten, in mir rege erhalten u. mir in Zukunft für meine Arbeit ein mächtiger Sporn seyn. Zugleich hat ihre Lekture vorzüglich das Intresse für Cicero wieder in mir angeregt, den ich fleißig wieder zur Hand nehmen werde, da ich besonders in den Reden immer großen geistigen Genuß finde.

Mit größtem Vergnügen denke ich an unsern Aufenthalt in Appenzell zurück u. finde, daß mir derselbe von größtem Werthe gewesen ist. Nur muß ich bedauern, daß meine fortdauernde, oft auch den Geist trübende Unpäßlichkeit an dem vollen Genusse der so karg zugemeßnen, schönen Zeit mich einigermaßen verhindert hat. Ich bin sehr begierig darauf, von Dir noch Deine weitern fata in Appenzell, vorzüglich die weitre Entwicklung des noch unter meinen Augen angesponnenen zarten Verhältnisses, wie auch allfällige mit Zwicki verübte Witze zu vernehmen. Sehr leid that es mir u. nachher besonders auch noch meinen Eltern36, daß meine Verhältnisse Dich veranlaßen mußten, Deinen frühern Plan, über Glarus nach Hause zurückzukehren, aufzugeben; Du wärest uns allen, ohne jenes leidige Zusammentreffen mit meinen Exerzitien, gewiß ein höchst willkommner Gast gewesen. Ich hoffe nun, daß Du in dieser Beziehung eines andern Versprechens Dich erinnern werdest. – Auf meiner Rückreise habe ich bei Aepli37 in Schönengrund einen sehr angenehmen Nachmittag zugebracht. Seither habe ich, was Dich wohl intressiren wird, einen Brief von J. Tschudi aus Peru erhalten. Er will sein noch in hiesigem Canton befindliches Vermögen herausziehen u. hat sich in dieser Sache an mich gewendet. Der Brief ist von Tarma datirt; von seinen | jetzigen Verhältnissen schreibt er mir sehr wenig, er soll aber in einem Briefe an seine Mutter38 ausführlicher davon gesprochen haben.

Indem ich nun diesen Brief, an dem ich, durch vielfache praktische Geschäfte gestört, mehrere Tage geschrieben habe, schließe, grüßt Dich in der Hoffnung, recht bald auch wieder etwas von Dir zu hören, u. mit der Bitte, mich Deinen Eltern zu empfehlen, bestens

Dein
treuer

J J Blumer.

Glarus den 21. October 1842.

Neuestes aus Glarus: Christoph Tschudi39 ist nach vielen Irrfahrten wieder in die Heimath seiner Väter zurückgekehrt u. hat die Zügel der Regierung wieder ergriffen. – Zwicki wird wegen gefährlicher Krankheit der Schwester40 seiner Braut41 seine Verehlichung für einige Monate aufschieben.

Kommentareinträge

1Blumer und Escher verbrachten Ende September und Anfang Oktober einen «längern Aufenthalt» in Appenzell. Blumer, Erinnerungen, S. 12(a). Vgl. Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 11. September 1842; siehe unten.

2Gemeint ist Eschers Dissertation «De testium ratione quae Romae Ciceronis aetate obtinuit» . Vgl. Escher, De testium ratione.

3Escher hatte seine Dissertation neben seinem Lehrer Friedrich Ludwig Keller auch seinem «amico fidelissimo» [treuesten Freund] Blumer gewidmet. Escher, De testium ratione. Vgl. Blumer, Erinnerungen, S. 12(a).

4 Gustav Geib (1808–1864), ordentlicher Professor für Strafrecht an der Universität Zürich.

5 Vgl. Geib, Criminalprocess.

6 Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.), römischer Staatsmann und Redner.

7 Quintus Asconius Pedianus (9 v. Chr.? – 76 n. Chr.), römischer Grammatiker; Verfasser von Kommentaren zu Ciceros Reden.

8Vermutlich unter Gnaeus Pompeius Magnus (106–48 v. Chr.) um 52 v. Chr. erlassenes Gesetz bezüglich Gewalttätigkeiten.

9 Ambrosius Theodosius Macrobius (4./5. Jh. n. Chr.), römischer Schriftsteller. – Das angesprochene Zitat stammt aus Macrobius' «Saturnalia». Vgl. Escher, De testium ratione, S. 146.

10Person nicht ermittelt.

11 Wilhelm Rein (1809–1865), Professor für Philologie am Gymnasium Eisenach; Verfasser des 1836 erschienenen Werks «Das Römische Privatrecht und der Civilproceß bis in die ersten Jahre der Kaiserherrschaft» .

12 Clemens August Karl Klenze (1795–1838), ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Berlin (1826–1838).

13 Valerius Maximus (1. Jh. n. Chr.), römischer Schriftsteller; Verfasser einer Sammlung historischer Anekdoten.

14 Marcus Aemilius Scaurus (1. Jh. v. Chr.), römischer Politiker. – Scaurus wurde von Cicero vor Gericht verteidigt. Vgl. Cicero, Sämtliche Reden VI, S. 203–224; Fuhrmann, Cicero, S. 151.

15Testamenti factio (lat.): Willensbekundung.

16Intestabilis (lat.): zum Zeugnis Unfähiger.

17Gemeint sind die Reden Ciceros zur Anklage gegen den ehemaligen Statthalter auf Sizilien, Gaius Verres. Vgl. Cicero, Sämtliche Reden III, IV; Fuhrmann, Cicero, S. 62–71.

18Person nicht ermittelt.

19 Gaius Verres (1. Jh. v. Chr.), römischer Statthalter auf Sizilien (73–71 v. Chr.)

20Hanc primam in foro vocem (lat.): diesen ersten Laut auf dem Forum.

21Eversum puerum patriis bonis esse (lat.): der Knabe sei vom väterlichen Vermögen ausgestossen.

22Adolescens (lat.): junger Mann, Jüngling.

23Testimonia matris et aviae (lat.): Zeugnisse der Mutter und der Grossmutter.

24Cur cogis emittere, cur testimonium dicere (lat.): warum zwingst du [den Laut] vorzubringen, warum Zeugnis abzulegen.

25Vermutlich unter Gaius Julius Caesar (100–44 v. Chr.) um 46 v. Chr. erlassenes Gesetz bezüglich Gewalttätigkeiten.

26Gaius (2. Jh. n. Chr.), römischer Rechtsgelehrter; Hauptwerk sind die «Institutiones», ein umfassendes Lehrbuch über das römische Recht.

27 Siegmund Wilhelm Zimmern (1796–1830), ordentlicher Professor der Rechte an den Universitäten Heidelberg (1821–1826) und Jena (1826–1830); Verfasser einer «Geschichte des römischen Privatrechts bis Justinian» .

28Gemeint ist die Digestenstelle D 28, 1, 18. Vgl. Krüger/Mommsen, CIC.

29Gemeint ist Ciceros Verteidigungsrede für Aulus Cluentius Habitus in einem Mordfall. Vgl. Cicero, Sämtliche Reden II, S. 7–115; Fuhrmann, Cicero, S. 76–77.

30Plebs (lat.): Volk.

31Judicium publicum (lat.): öffentlicher Prozess.

32Judicium privatum (lat.): Privatprozess.

33Gemeint ist Ciceros Verteidigungsrede für Gaius Rabirius Postumus. Vgl. Cicero, Prozessreden, S. 267–287; Fuhrmann, Cicero, S. 149.

34Gemeint ist Ciceros Verteidigungsrede für den Dichter Aulus Licinius Archias. Vgl. Cicero, Sämtliche Reden V, S. 61–81; Fuhrmann, Cicero, S. 20–21, 126; Powell/Paterson, Cicero, S. 291–311.

35Gemeint ist Ciceros Verteidigungsrede für Marcus Fonteius. Vgl. Cicero, Sämtliche Reden I, S. 235–262; Fuhrmann, Cicero, S. 75–76.

36 Anna Katharina Blumer-Heer (1791–1873), Tochter der Susanna Heer-Zwicky und des Ratsherrn Joachim Heer-Zwicky, und Adam Blumer (1785–1859), Kaufmann, Glarner Gemeindepräsident und Appellationsrichter (GL).

37 Alfred Johannes Aepli (1817–1913), Pfarrer in Schönengrund. Carl Rudolf Sinz an Alfred Escher, 11. Juni 1838, Fussnote 24.

38 Anna Maria Zollikofer-Zwicky (1789–1849), verwitwete Tschudi, Tochter der Anna Maria Zwicky-Steinmüller und des Glarner Ratsherrn Heinrich Zwicky; ab 1836 Ehefrau des St. Galler Buchhändlers und Verlegers Peter Alexander Zollikofer. Johann Jakob Tschudi an Alfred Escher, [ 04 .?] Juli 1839, Fussnote 15.

39 Christoph Tschudi (1817–1877), Ratsherr und Gemeinderat in Glarus.

40Person nicht ermittelt.

41 Anna Margarethe Blumer (1820–1843), von Thon.