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Korrespondenz: Alfred Escher – Wilhelm Eugen von Gonzenbach

AES B0236 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#228*

In: Jung/Fischer, Escher Briefe, Band 2, Nr. 50

Wilhelm Eugen von Gonzenbach an Alfred Escher, Göttingen, Donnerstag, 21. Januar 1841

Schlagwörter: Rechtliches, Universitäre Studien, Universitäten und Hochschulen (diverse)

Briefe

Göttingen den 21sten Jan. 1841.

Endlich, lieber Escher, will ich es nicht länger verschieben, dir über hiesige akademische Verhältnisse nähern Aufschluß zu geben u. wäre es auch nur zu Handen, vielleicht zu Nutz u. Frommen unsers l. Brändli1, den ja doch vielleicht der nahe Frühling hieher führen wird. Doch weiß ich ja, daß auch du dich aus Freundschaft für mich, bey nachstehenden Berichten vielleicht interessiren wirst. Aber um so mehr leid thut es mir, daß ich denselben, trotz meines längern Wartens, nicht die Vollständigkeit geben kann, die ich ihnen so gerne geben möchte. Meiner hiesigen Bekannten sind so wenige, daß, wollt ich über Professoren berichten, bey denen ich nicht selbst höre, ich fast nothwendig Gefahr laufen müßte, einseitigungerechte Nachrichten mitzutheilen. Deshalb aber gerade werden sie sehr unvollständig werden, denn ich höre, obschon 4 Collegien doch nur bey 2 Professoren, bey Ribbentrop2 nämlich u. bey Kraut3 (von den andern Schweizern, meinen einzigen juristischen Bekannten werden besucht Mühlenbruch4, Bergmann5, Bauer6 u. Thöl7; bey Zachariae8 hört keiner von uns u. Hugo9 liest in diesem Semester nicht.) Zuerst also von Ribbentrop u. Kraut. Ribbentrop ist im Alter von Keller, mit welchem er wie du weißt in Hier u. Berlin studirt u. dem er in seinem Doctorexamen opponirt hat, gleich wie ihm hinwiederum bey dem seinigen von Keller opponirt worden ist. Größe u. Gestalt weichen von Kellers wenig ab. Das übrige Äußere ist sehr verschieden. Eine ziemlich große Römernase (omen), großer wenig eleganter Mund (wie verschieden also von K.), das Antlitz schmal u. so auch [sonst?] die Stirne, die viele Falten trägt (welche Abweichung!), das Haar struppig, die Augen klar, wenn auch nicht mehr sehr feurig, doch noch immer geistreich. Das Ensemble erinnert fast an hebräischen Typus, eine Bemerkung die ich nicht zuerst machte, vielmehr ziemlich häufig vorkommt. R. ist aber ein guter Christ. – Die Falten seiner Stirne könnten wohl von Gram herrühren. Er soll einst um Hugos Tochter10 geworben haben, die ihm dann den berühmten O. Müller11 vorzog. R. blieb ledig. Ob das die Einsamkeit ist, worüber er zu mir klagte, weiß ich doch nicht zu bestimmen. Etwas muß wohl seiner Verheirathung hemmend in den Weg getreten seyn, denn R. ist gar kein stubengelehrter Philister12 u. Pedant. Er ist im Gegentheil die Seele vieler Gesellschaften der gesuchte Freund vieler Professorenhäuser u. wohl ein höchst liebenswürdiger Schwätzer bey den Damen. Ach nur gleich gestern widerfuhr ihm von dieser Seite ein arger Spaß, der aber gut beweist, wie wohl gelitten R. ist: Prof. Fuchs13 gab gestern wie gewohnt seinen thé dansant, eine ungeheure Versammlung von Leuten des verschiedensten Alters, Rangs u. Schlags. Während die Jüngern tanzen, spielen od. schwatzen die Aeltern in den Nebenzimmern. Zu diesen hielt sich denn auch R., der über den Tanz hinaus ist. Neugier od. Schaulust aber führte ihn einmal unter die offene Thüren. Ein unglücklicher Moment. Eben engagirte sich ein Damencotillon. Ihn erblicken u. auf ihn zu fliegen ist im Nu. Die Dame läßt sich von seinem Sträuben nicht abweisen. Die Gegenreden werden lauter. Da bemerkt Fuchs die Verlegenheit unsers Freundes u. eilt – sie zu vermehren. Nun gilt kein Wiederstreben mehr. Zum allgemeinen Jubel wird der nur der Gewalt Nachgebende in die wogenden Reihen u. Tänze gezogen u. versucht an der Seite einer liebenswürdigen Freundinn mit alten Beinen junge Sprünge, Manchem zu heimlichem Lachen. – In frühern Jahren brauchte es keinen Gewalt, ihn zum Tanze zu bringen. Im Gegentheil scheint dieses Vergügen seinem ganzen Wesen sehr angemessen. Diese leidenschaftliche Lebhaftigkeit in Allem, in Gang, Geberde, Mienenspiel, Sprache sah ich selten, ja nie. Sie verläugnet sich resp. weder im Colleg, noch im Privatumgang. Oft fährt er wenn er spricht hier u. dort plötzlich | mit der Hand hoch über den Kopf empor, namentlich wenn er sich etwas vorbehält, wenn er vor einem Mißverständniß warnt, wenn er einen scheinbaren Einwurf gegen seine Ansicht erst ganz ruhig mitgetheilt hat u. nun widerlegt od. zurückweist, wenn seinem Verstand Etwas zugemuthet wird, was dieser nicht annehmen kann, seine Stimme kreischt dann fast; droht ein Mißverständniß, so ists als könnt er nicht schnell genug davor warnen, ja seine Ausdrücke werden dann sogar (im Privatgespräch wenigstens) oft selbst leidenschaftlich, wie: zum Henker, der Henker denn auch u. drgl. Ich greife vor. Es war vielleicht nicht ganz redlich, daß ich mich bey ihm als großen Verehrer Kellers introduzirte, wirst du sagen, wenn du dieß erfährst, aber einmal bin ich das wirklich, seit ich Keller gehört u. sodann hätt ich dieser Eigenschaft nicht einmal bedurft. Du weißt, K. gab mir einen Gruß u. den Auftrag mit, R. seinen Cicero14 anzukündigen, wovon R. noch nichts wußte. Dieß hätte vollkommen genügt. Obgleich bey meinem ersten Besuch von heftigen Zahnschmerzen, die ihn oft am Sprechen hinderten, gepeinigt, empfing er mich mit der lebhaftesten Freude u. Freundlichkeit da ich kaum den Gruß ausgerichtet hatte, u. ließ mich 1½ Stunden nicht mehr los. Mit der leidenschaftlichsten Theilnahme u. Freundschaft erkundigte er sich nach Allem, was K. betrifft. Ich konnt ihm gar nicht genug berichten. Seine Fragen überstürzten sich, waren einander selbst immer wieder vor der Antwort. Mein Lob weckte ihm eine Welt der schönsten Erinnerungen auf, wie sein immer mehr glänzender Blick verrieth. Seine eigenen Worte waren, ganz in diese Erinnerung vertieft u. versunken: «Ich muß ihn wohl unendlich geliebt haben, da die bloße Nennung seines Namens so heftig jetzt noch alle meine Gefühle erregt, da ich doch seither so viele Worte des Tadels u. der Verkleinerung von Leuten über ihn aussprechen gehört, von Leuten, denen ich ja glauben mußte, wenn sie behaupteten, sie kennten K. persönlich u. genau.» Seine Schmerzen schienen vergessen wie er jetzt an ihr Zusammenleben dachte u. so vieles Schöne mir davon erzählte. Sie entspricht ganz dem Charakter Rs, diese heftige, heiße Freundschaft. – Mit fester Ueberzeugung konnt' ich manche nachtheilige Nachrede von Ks Namen abweisen; so vieles Schöne durfte ich von ihm berichten. «Herrlich, Herrlich» rief er, als ich ihm bewies, wie falsch die Meinung sey, K. habe während s. politischen Laufbahn die Wissenschaft ganz versäumt, als ich ihm zum Gegentheil erzählte, wie K. der Wissenschaft fast keine Stunde entzogen, vielmehr die seiner politischen Stellung gewidmeten Stunden fast nur seiner Erholung u. s. Schlafe abgebrochen habe. – Das Bild des theuern Jugendfreundes war in seine frühere Reinheit restituirt, R. war selig, seine Gunst mir gewonnen. Seither durfte u. mußte ich ihn regelmäßig besuchen, oft u. öfter begleite ich ihn aus dem Colleg nach Haus. Ich höre bey ihm Rechtsgeschichte u. Erbrecht. Die erstere ist zumeist auch der Gegenstand unserer Privatunterhaltung od. vielmehr seiner Privatbelehrungen. Savignys15 Pandekten16, deren Erscheinen ihn ganz glücklich macht u. über die er in durchaus liebenswürdigem (dankbarem) Geiste sehr oft spricht, geben ihm eben jetzt recht viel zu schaffen, indem sie die u. jene Parthie in s. Rechtsgeschichte von Grund aus angegriffen od. wohl auch revolutionirt haben. R. ist ein feuriger Verehrer v. Savignys u. spricht mit wahrhaft wohlthuender Wärme von diesem seinem Meister, aber der eigene Verstand ist ihm lieber als die Schule u. so ist nicht Alles in s. Augen schon darum wahr, weil v. Savigny es sagt. Vielmehr richtet sich seine freilich immer sehr gutmüthige u. redliche Polemik zuweilen auch wohl u. selbst mit Heftigkeit gegen S., so nam. in der Lehre vom | caput17, status18 u. insbesondere von der minima capitis deminutio19, die er nun von Neuem durchdacht hat u. worüber er nun zu einer ganz eigenthümlichen Ansicht gekommen ist. Du erlässest mir leicht das Urtheil über die beiden Collegien: Wie sollt ich mir ein solches anmaßen? Also nur ein Wort über s. Vortrag. R. ist nach langem Kampfe den Anforderungen der Mode unterlegen. Er diktirt jetzt von A bis Z die ganze Stunde hindurch. Aber bey Wenigen mag durch diese (vermaledeite) Methode mehr verloren gegangen seyn, als bey ihm. Sein lebhafter, energischer Geist, sein durchdringender Scharfsinn, seine klare Uebersichtlichkeit, sein Feuer, sein gewissenhafter Eifer, verständlich zu werden müßten bey freier Methode eine an u. aufregende Kraft geäußert haben, wie sie selten ist, der man sich um so lieber hätte hingeben können, als die Redlichkeit seiner Forschung u. seines Raisonnements, seine eigene Bescheidenheit u. seine Toleranz gegen abweichende Meinungen, die sichersten Garantien, von ihm nicht irregeleitet zu werden, in sich tragen. – Rs Privatumgang ist mir von hohem Werth, der sich bey wachsendem Interesse für das Römische Recht noch stets steigern wird. Bis jetzt geht leider noch manches an mich verloren. Für Brändlinn, der natürlich in noch intimere Verhältnisse zu R. sogleich treten würde, müßte eine unerschöpfliche Quelle von Vergnügen u. Genuß daraus fließen. Sag ihm dieß Alles mit meinen besten Grüßen. – R. ist mit einer weitern Ausarbeitg seines berühmten Büchleins20 beschäftigt, die, ob sie auch dick anschwellen möchte, nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird. Dem Cicero sieht er mit der gespanntesten Erwartung entgegen.

Bey Kraut höre ich Staatsrecht u. Kirchenrecht. Beides weit mehr als mittelmäßig, das Staatsrecht sogar recht liberal, im Kirchenrecht von ehrenhafter frommer Gesinnung aus gehend – himmelweit entfernt von der Frivolität, womit diese Disciplin wohl hin u. wieder behandelt wird. Was die Lebhaftigkeit des Geistes betrifft von R. das gerade Gegentheil kommt er mit diesem in der Redlichkeit der Behandlg des Forschens u. Raisonnirens überein u. flößt mir Jener unbedingtes Zutrauen ein. – Hier haben mich natürlich die Namen Wackernagel21 u. Bluntschli22 eingeführt; aber auch Keller, in Berlin u. Hier einst s. Studiengenosse, dort sogar sein Mitrepetent im Röm. Recht gilt bey Kraut sehr viel u. wird von ihm stets in Freundschaft erwähnt. Auch Krauts Gunst ist mir geworden; er zog mich schon zu Tische. –

Alle 3 übrigen Schweizer hören bey Thöl das berühmte Civilpracticum u. können des Lobs über diese Verlesungen kein Ende finden. Die aufgegebenen Fälle sind immer interessant u. Thöls Behandlg ders. in der Stunde sey durchaus erschöpfend u. befriedigend. (An Thöl wäre, glaube ich, ein guter Fang für Zürich zu machen. Basel war einst auf dem Punkt ihn zu gewinnen. Th. hat hier keine Aussichten, ordentlicher Professor zu werden, seine politische Gesinnung ist bekannt. Th. ist sehr vielseitig. Er liest außer dem Practicum noch Deutsches Privatrecht, Kirchenrecht, Handelsrecht u. würde sich vielleicht auch zu Staatsrecht u. Strafrecht bequemen. Wie viele Lücken könnten also durch ihn u. wie gut ausgefüllt werden. Für Röm. Recht an Sells23 Stelle wäre als außerord. Prof. zu bill. Bedingungen Erxleben24 der Herausgeber Göschens25 zu haben, ein junger Mann, den R. ungemessen lobt u. zu dessen Acquisition sich Z. sehr gratuliren könnte, sagt er. Mehr als Bacho.26 ist er wohl jedenfalls. Fast beabsichtige ich über alles Dieß an Blunt. zu schreiben.). – Ths Lehrbuch des Handelsrechts ist binnen kurzem zu erwarten. – Ueber Mühlenbruch, Bergmann u. Bauer will ich dir, (wenigstens dießmal noch) nichts berichten. Der Namen aller dieser Männer hat aber einen Klang, der | des Beitrags meiner schwachen Stimme nicht bedarf. Bey Bergmann müßen wohl die Relatorien vorzüglich seyn, Bauer ist als Criminalist immerhin ausgezeichnet u. sein Criminalpracticum (im Sommersemester) durch den Aktenreichthum sehr werthvoll. Mühlenbruch (der nächstens den Heineccius27 neu u. vielleicht ein Gutachten über den Graf Bentinkschen Fall28 herausgeben wird) liest im Sommer neben den Institutionen Civilprocess (für Brändli angenehm!) – Bey Zachariä bin ich drch Wunderlich29 eingeführt u. benutze s. Bibliothek. Er liest s. Strafrecht im Sommer, den Criminalprozeß BauerThöl liest im Sommer d. Privr., Handelsrecht, Kraut d. Privr., Rippentrop Pandekten, dazu gewöhnlich ein allgemeines Exegeticum30. Bergmann Proceß usw. Bauer auch noch Naturrecht. Kirchenrecht Zachariae, wenn ich nicht irre. Bey Hugo hoffen wir im Sommer die Encyclopädie zu Stande zu bringen. Lesen ist sein Vergnügen u. ihm fast Bedürfniß. Burkh.31 u. Bisch.32 sind bey dem vielfach interessanten Manne eingeführt u. ich beneide sie wahrlich darum.

Mit diesem Allem hoffe ich Brändlin den Entschluß hieher zu kommen erleichtert zu haben. Sollte ich indessen noch etwas vergessen haben, worüber er Aufschluß zu haben wünschte, so werde ichs auf Anfrage od. wo ich selbst darauf falle, gerne nachtragen. Auch J. Escher sprach einmal von einem Besuch hiesiger Universität.33 Haben sich seine Gedanken darüber noch nicht geändert so theile ihm doch diesen Brief auch mit.

Freundlichst grüßt dich

dein

E v G.

Weenderstrasze N. 52.

Kommentareinträge

1 Benjamin Brändli (1817–1855), von Wädenswil, Rechtsstudent. Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 11. April 1838, Fussnote 10.

2 Georg Julius Ribbentrop (1798–1874), ordentlicher Professor für römisches Recht an der Universität Göttingen.

3 Wilhelm Theodor Kraut (1800–1873), ordentlicher Professor für deutsches Privatrecht an der Universität Göttingen.

4 Christian Friedrich Mühlenbruch (1785–1843), ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Göttingen.

5 Friedrich Christian Bergmann (1785–1845), ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Göttingen.

6 Anton Bauer (1772–1843), ordentlicher Professor für Strafrecht an der Universität Göttingen.

7 Heinrich Thöl (1807–1884), ausserordentlicher Professor für deutsches Recht an der Universität Göttingen.

8 Heinrich Albert Zachariae (1806–1875), ausserordentlicher Professor für Staatsrecht, deutsche Staats- und Rechtsgeschichte und Kirchenrecht an der Universität Göttingen.

9 Gustav Hugo (1764–1844), ordentlicher Professor für römisches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität Göttingen.

10 Pauline Müller-Hugo (1804–1847), Tochter Gustav Hugos; ab 1824 Ehefrau Otfried Müller.

11 Otfried Müller (1797–1840), ordentlicher Professor für Altertumswissenschaften an der Universität Göttingen (1823–1840).

12Philister (studentisch): jemand, der kein Student ist; Bürger, Spiessbürger, Hauswirt.

13 Konrad Heinrich Fuchs (1803–1855), ordentlicher Professor der speziellen Pathologie und Therapie sowie Direktor der medizinischen Klinik an der Universität Göttingen.

14 Vgl. Keller, Semestrium.

15 Friedrich Carl von Savigny (1779–1861), ordentlicher Professor für römisches Recht an der Universität Berlin, Mitglied des preussischen Staatsrats.

16 Vgl. Savigny, System.

17Caput (lat.): Existenz, Existenzgrundlage.

18Status (lat.): Stand.

19Minima capitis deminutio (lat.): die kleinste Verminderung der Existenz.

20Gemeint ist Ribbentrops wesentlich auf Kellerschen Ideen beruhendes Werk «Zur Lehre von den Correal-Obligationen» . Vgl. Ribbentrop, Correal-Obligationen; ADB XXVIII, S. 405.

21 Wilhelm Wackernagel (1806–1869), ordentlicher Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Basel.

22 Johann Caspar Bluntschli (1808–1881), Grossrat und Regierungsrat (ZH), ordentlicher Professor für römisches, deutsches und schweizerisches Recht an der Universität Zürich.

23 Georg Wilhelm August Sell (1804–1848), ordentlicher Professor für römisches Recht an der Universität Zürich. – Sell hatte auf das Sommersemester 1841 hin einen Ruf an die Universität Giessen angenommen. Vgl. Gagliardi/Nabholz/Strohl, Universität Zürich, S. 451, 960.

24 Albrecht Erxleben (1814–1887), Privatdozent der Rechte an der Universität Göttingen. – Erxleben wurde auf das Wintersemester 1841/42 hin zum ordentlichen Professor für römisches Recht und Kirchenrecht an der Universität Zürich ernannt. Vgl. Gagliardi/Nabholz/Strohl, Universität Zürich, S. 451, 960.

25 Johann Friedrich Ludwig Göschen (1778–1837), ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Göttingen (1822–1837). – Erxleben veröffentlichte nach Göschens Tod aus dessen nachgelassenen Papieren die «Vorlesungen über das Gemeine Civilrecht» . Vgl. Göschen, Vorlesungen; ADB IX, S. 403.

26Gemeint ist vermutlich Johann Jakob Bachofen (1815–1887), von Basel, Jurist. – Bachofen, der einen Ruf nach Zürich ablehnte, habilitierte sich 1841 als Privatdozent an der Universität Basel und wurde dort im Juli 1842 ordentlicher Professor für römisches Recht. Vgl. His, Gelehrte, S. 159–160.

27 Johann Gottlieb Heineccius (1681–1741), ordentlicher Professor der Rechte an den Universitäten Frankfurt (Oder) (1725–1733) und Halle (1733–1741). – Mühlenbruch veröffentlichte 1841 «Heineccii antiquitates jurisprudentiam illustrantes» . Vgl. ADB XXII, S. 466.

28Der sogenannte Bentincksche Erbfolgestreit wurde zwischen den Brüdern Wilhelm Gustav Friedrich (1762–1835) und Johann Karl von Bentinck (1763–1833) bzw. ihren Nachkommen um die Güter Varel und Kniphausen ausgetragen und erst 1854 entschieden. Vgl. Pierer's Universal-Lexikon II, S. 573–577; ADB II, S. 344–346. – Mühlenbruch verfasste dazu 1841 ein «Erachten über den Bentink'schen Erbfall» . Vgl. ADB XXII, S. 466.

29 Gottlob Friedrich Walter Agathon Wunderlich (1810–1878), Professor für römisches Recht an der Universität Basel.

30Exegetik (gr.): Interpretation; Lehre von der Auslegung eines Rechtstextes.

31 Emanuel Burckhardt (1819–1867), von Basel, Rechtsstudent.

32 Gottlieb Bischoff (1820–1885), von Basel, Rechtsstudent.

33 Brändli und Jakob Escher immatrikulierten sich beide gegen Ende April 1841 an der Universität Göttingen. Vgl. Ebel, Matrikel, S. 40–41.