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Korrespondenz: Alfred Escher – Heinrich Studer-Unholz

AES B0217 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#482*

In: Jung/Fischer, Escher Briefe, Band 2, Nr. 45

Heinrich Studer-Unholz an Alfred Escher, Wipkingen, Donnerstag, 25. Juni 1840

Schlagwörter: Wahlen, Zürichputsch (1839)

Briefe

Herrn Alfred Escher in der Engi !

Hochverehrter Herr!

Von verschiedenen Seiten bin ich ersucht worden aus jeder Gemeinde ein paar zuverlässige Wahlmänner1 zusammen einzuladen um sich auf eine vertrauliche Weise für die nächsten Wahlen zu besprechen –. Ihre gestrige Einfrage durch Herrn Schullehrer Meier2, besonders aber Ihr kräftiges Auftretten bey Ihrer Schulhausfrage3 & Ihr ehrenvolles Benehmen seit dem Septembersturm hat mir die größte Hochachtung für Sie eingefößt – ich lade Sie daher ein, gefälligst einer solchen Berathung beyzuwohnen & zwar erst auf Dienstag den 30 diß Abends 4 Uhr zu Herrn Bäumler4 in Außersihl –. Derselbe ist ebenfalls Wahlmann & kennt die freysinnigen Männer | von Birmenstorf Aesch Urdorf &ra am besten –. Herr Bäumler soll wie ich erfahren, in dem ersten Haus unter der ehmahligen Hauptgrube auf der rechten Seite wenn mann nach Baden geht wohnen, & in demselben eine Weinschenke haben –.

Laden Sie in meinem Nammen gefälligst den Herrn Präsident Streuli5 & wenn derselbe nicht kommen könte einen Ihnen bekanten entschiedenen Mann mit Ihnen ein, & genehmigen Sie inzwischen die Versicherung wahrer Hochschätzung Ihres ergebenen

J. H. Studer
alt Ctsrth

Wipkingen den 25 Juni 1840

PS Daß ich erst auf den Abend vorher eine solche Besprechung veranstalte werden Sie gewiß dann billigen, wenn ich die Gründe welche dafür sprechen Ihnen werde mitgetheilt haben.

Der Obige

Kommentareinträge

1Jeder Bezirk des Kantons Zürich hatte eine sogenannte Bezirksversammlung, welche aus 200 Wahlmännern bestand. Die Wahlmänner wurden von den Kirchgemeinden auf drei Jahre gewählt. Die Bezirksversammlungen waren reine Wahlbehörden, welche die Bezirksräte und deren Ersatzmänner wählten sowie einen Dreiervorschlag für die Ernennung des Statthalters einreichten. Vgl. Verfassung des Kantons Zürich (10. März 1831), Art. 72, 73, in: Nabholz/Kläui, Quellenbuch, S. 258–259.

2 Johannes Meyer (gest. 1858), Schullehrer in Enge.

3Die Gemeindeversammlung Enge hatte im Mai 1839 den Neubau des Schulhauses beschlossen. Escher wurde am 14. Juli 1840 zum Präsidenten der zuständigen Baukommission ernannt. Am 3. Oktober 1842 konnte die feierliche Eröffnung des neuen Schulhauses begangen werden. Vgl. Guyer, Enge, S. 153–154; Escher, Enge, S. 82–83.

4Person nicht ermittelt.

5 Jakob Streuli (Lebensdaten nicht ermittelt), Gemeindepräsident von Enge.