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Korrespondenz: Alfred Escher – Heinrich Schweizer

AES B0208 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#81*

Heinrich Schweizer an Alfred Escher, Schwerzenbach, Donnerstag, 10. Oktober 1839

Schlagwörter: Haus und Garten (Bewirtschaftung), Zürichputsch (1839)

Briefe

Mein lieber Alfred!

Wir sind in eine Geschäfts-Correspondenz mit einander getreten in e. Zeit, in der man über so Vieles sich gerne aussprechen u. erleichtern möchte. Da aber des Vielen auch gar so Vieles u. Ernstes ist, so mag dieses auf e. mündl. Besprechg verschoben bleiben. Hier für Dich nur d. Bemerkg, daß unsre Ansichten über d. Zustand d. Dinge einander vielleicht näher stehen, als Du wohl meinst; denn mein Stand hat mich sicherlich nicht blind gemacht, u. ich habe mich über Vieles vielleicht nur zu offenherzig ausgesprochen, so daß ich bald besorgen muß, von e. gewissen Classe supra u. extra frommer Leute auf d. Proscriptionsliste gesetzt zu werden od. schon gesetzt zu sein.

Daß der Torf immer noch nicht angelangt ist, thut mir leid; an mir liegt die Schuld sicher nicht, auch nicht am guten Willen des Lieferanten (Alt-Secundarschlpflgr Bünzli im Gfenn bei Dübendorf), dem ich wiederholt Bothen u. Aufforderungen über d. Hals schickte, der aber in diesen geschäftvollsten Wochen d. ganzen Jahres, wo die Erdäpfel eingesammelt u. d. Saatfelder noch bestellt werden müssen, bis jetzt unmöglich dazu kommen konnte. Diesen Nachm. erhielt ich d. Anzeige, daß am Samstag e. Fuder er scheinen müsse, wenn es nicht regne. Ich hoffe, er werde hievon noch e. bestimmte Meldg eingehen lassen. – Über d. Qualität d. Torfs habe ich mit Papa gesprochen, u. rücksichtlich des Preises (zuerst waren 4 fl. pr Klftr gefordert) hatte mir derselbe d. Vollmacht gegeben, 3 " 32–34 ß zu bieten; nun konnte ich mich mit 3 fl. 30 ß pr Klftr mit Bünzli verständigen, so daß ich hoffte, Papa werde mit diesem Preise nicht unzufrieden sein, besonders auch weil dabei alle sonst gewöhnlichen Tränket u.... Fresseten wegfallen. Für einmal kommt 1 Fuder; sind d. Turben u. d. Preis genehm, so wird Bünzli mehr liefern; also ganz nach Gutfinden.

Die Dir wieder übersandten Schuldtitel waren keineswegs, wie Du meintest, zu früh eingeschickt, so daß Du damit noch hättest zuwarten dürfen; im Gegentheil, 3 Wochen früher hätte d. Schulpflege für 850 fl. Briefe angekauft; allein eingetretene ander weitige Geldbedürfnisse der Gemeinde vereitelten unsre Plane.

Für die Nachrichten über Papa's Befinden meinen herzlichen Dank! Möge der Aufenthalt in Baden Denselben wieder gänzlich herstellen! – Meine Empfehlungen an Deine theure Mutter, u. die freundschaftlichsten Grüße an Dich

von Deinem

H. S.

Schwzbch
10 Octbr 1839.

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