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Korrespondenz: Alfred Escher – Jakob Escher
  • 1820
  • 1830
    1. an Jakob Escher, 7. Mai 1838 Schlagwörter: Krankheiten, Freundschaften, Universitäre Studien, Zofingerverein (Studentenverbindung), Reisen und Ausflüge, Hörner- und Klauenstreit SZ (1838), Turnen und Sport AES B0155+
    2. von Jakob Escher, 5. / 6. Juni 1838 Schlagwörter: Krankheiten, Universitäre Studien, Reisen und Ausflüge, Freundschaften AES B0157
    3. von Jakob Escher, 13. Juni 1838 Schlagwörter: Universitäre Studien, Kunst und Kultur, Krankheiten AES B0160+
    4. an Jakob Escher, 18. / 22. Juni 1838 Schlagwörter: Krankheiten, Reisen und Ausflüge, Kunst und Kultur, Freundschaften, Zofingerverein (Studentenverbindung), Turnen und Sport AES B0161+
    5. von Jakob Escher, 26. / 27. Juli 1838 Schlagwörter: Universitäre Studien, Zofingerverein (Studentenverbindung), Wahlen, Turnen und Sport, Turnfeste, Reisen und Ausflüge, Krankheiten, Familiäres und Persönliches AES B0163
    6. von Jakob Escher, 9. August 1838 Schlagwörter: Universitäre Studien, Reisen und Ausflüge AES B0166
    7. an Jakob Escher, 19. August 1838 Schlagwörter: Reisen und Ausflüge, Zofingerverein (Studentenverbindung), Wahlen, Turnen und Sport, Universitäre Studien, Rechtliches, Universitäten und Hochschulen (diverse), Turnfeste AES B0168+
    8. an Jakob Escher, [8. September? 1838] Schlagwörter: Universitäre Studien AES B0164
    1. an Jakob Escher, 21. April 1839 Schlagwörter: Krankheiten, Reisen und Ausflüge, Familiäres und Persönliches, Universitäre Studien, Kuraufenthalte, Zofingerverein (Studentenverbindung), Zürichputsch (1839), Kommissionen (kantonale), Kunst und Kultur AES B0186+
    2. von Jakob Escher, 5. Mai 1839 Schlagwörter: Universitäre Studien, Turnen und Sport, Reisen und Ausflüge, Kunst und Kultur, Zürichputsch (1839), Universitäten und Hochschulen (diverse), Universität Zürich, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Bildungswesen, Kuraufenthalte AES B0189
    3. an Jakob Escher, 28. Mai, 1. Juni 1839 Schlagwörter: Krankheiten, Universitäten und Hochschulen (diverse), Universität Zürich, Universitäre Studien, Rechtliches, Zürichputsch (1839), Wahlen, Erziehungsrat ZH, Regierungsrat ZH, Kommissionen (kantonale), Zofingerverein (Studentenverbindung), Bildungswesen AES B0191+
    4. von Jakob Escher, 2. Juli 1839 Schlagwörter: Universitäre Studien, Turnen und Sport, Reisen und Ausflüge, Kunst und Kultur, Universitäten und Hochschulen (diverse), Universität Zürich AES B0196
    5. an Jakob Escher, 1. August 1839 Schlagwörter: Kuraufenthalte, Reisen und Ausflüge, Universitäre Studien, Rechtliches, Universität Zürich, Bildungswesen AES B0200+
  • 1840
    1. von Jakob Escher, 10. / 11. / 12. April 1843 Schlagwörter: Reisen und Ausflüge, Kunst und Kultur, Rechtliches AES B0281+
    2. an Jakob Escher, 21. April 1843 Schlagwörter: Reisen und Ausflüge, Familiäres und Persönliches, Rechtliches, Universitäre Studien, Kunst und Kultur AES B0283+
    3. von Jakob Escher, 27. / 28. April 1843 Schlagwörter: Reisen und Ausflüge, Berufsleben, Universitäre Studien, Rechtliches, Kunst und Kultur AES B0284
    4. an Jakob Escher, 21. Mai 1843 Schlagwörter: Berufsleben, Universitäre Studien, Rechtliches, Bildungswesen, Universitäten und Hochschulen (diverse), Freundschaften, Feiern und Anlässe, Reisen und Ausflüge AES B0287
  • 1850
  • 1860
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B0163 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#191*

Jakob Escher an Alfred Escher, Berlin, Donnerstag / Freitag, 26. / 27. Juli 1838

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Krankheiten, Reisen und Ausflüge, Turnen und Sport, Turnfeste, Universitäre Studien, Wahlen, Zofingerverein (Studentenverbindung)

Briefe

Berlin den 26. Juli 1838.

Lieber Alfred!

Ich hätte dir wohl schon früher auf deinen Brief vom 22. Juni antworten sollen, und wenn du aus der Verzögerung schließen wolltest, daß mich dein Brief nicht außerordentlich gefreut habe, so thätest du mir Unrecht. Je weniger wir von Zürich (mit Ausnahme unsrer Familien, die uns natürlich von Vielem, was uns sehr interessirt, nicht schreiben können) Nachrichten erhalten, desto mehr thut uns jedes Zeichender Erinnerung und jede Nachricht von unsern Freunden wohl. Es scheint, daß ihr in Bonn in jeder Beziehung besser steht; geselliges Leben aller Schweizer zusammen und fleißige Correspondenten in der Heimath. Bei uns gerade das Gegentheil. Was das Zusammenleben betrifft, so hat es sich um nichts gebessert; man sieht sich gar nie regelmäßig; nur die Zürcher halten ziemlich zusammen; doch sehen sich auch diese außer der Universität fast nur zufällig. Es fehlt unter den hiesigen Schweizern gewiß nicht an solchen, mit denen man recht gemüthlich und schweizerisch zusammen sein könnte; aber es hat auch leider solche, die eine wahre Gemüthlichkeit stören würden und die man doch nicht ausschließen könnte. Zum Glück gehen mehrere von diesen fort, so Escher und Finsterwald nach Heidelberg, und wir hoffen zuversichtlich, daß im Winter mit Hülfe der neu Ankommenden ein Schweizerleben zu Stande kommen werde, wie es im letzten Winter gewesen sein soll, wo besonders der, wenn auch adelsstolze, Maximilian Scherer alle Schweizer durch seine Persönlichkeit auf eine sehr angenehme Weise zusammen hielt. Briefe erhalten wir von Studirenden in Zürich, wie gesagt, fast keine. H. Schultheß und [H.?] Schweizer haben von L. Meier einige Nachrichten über den Zofingerverein erhalten, besonders über die Abschaffung der Wahlen. Wir kennen die Veranlassung oder besondern Gründe dieses Beschlusses nicht, und müssen daher unser Urtheil zurück halten. So viel ich aber weiß, sind alle hiesigen Zofinger der Meinung, daß diese Maßregel zu wenig den Menschen, wie sie nun einmal sind, angepaßt sei. Wir erwarten darüber einen von Brändli versprochenen Brief; derselbe hat bis jetzt erst ein Mal geschrieben, ungeachtet er wenigstens von Vieren Briefe erhielt; doch kann ich bei ihm dieses begreifen. Nur zufällig habe ich erfahren, nämlich durch Honegger den Gestochnen, der einen Brief erhielt von L. Tobler, daß das Turnfest in Chur den 23. und 24. Juli Statt finden werde, und daß Kölliker und Sinz mit einen Andern über die Sandalp und andre Gletscher und hohe Berge, welche, weiß ich nicht, nach Bünden zu gehen beabsichtig haben. Wenn du von Sinz später darüber Bericht erhältst, so schreibe mir doch etwas darüber. Da ich einmal nicht selbst in den Alpen herum ziehen kann, so verfolge ich gern auf der Charte die Reisen Andrer, und wiederhole auch in Gedanken unsre eignen Reisen. Heute ist nach dem Jahrestag die Reihe am Col d'Ollen und der Betta Furca. Ich sehe eben so lebhaft wieder die herrliche Aussicht von der kahlen Höhe des Ollen, als das jämmerliche Gesicht des sammt Gaßgänger und Gepäck in Schnee versunknen Alten; ich genieße den rothen Wein und die schmackhaften Kirschen der freundlichen «deutschen Männer», und zuletzt noch die Milchschüsseln neben dem Ramsen in der reinlichen Alpenhütte. – Wenn auch nicht jene Gegenden, so hoffe ich doch bald meine Reisegefährten wieder zu sehen. Kommt wohl Sinz nach Berlin? Wir wissen hier gar nicht, wer bestimmt kommen wird, mit Ausnahme von Haller und Oschwald, die nach Wolfs Briefen fest dazu entschlossen sind.

Nach meinem Versprechen gebe ich dir hier ein Verzeichniß der in Berlin immatriculirten Schweizer, und bemerke dabei noch, daß auch mehrere andre Schweizer sich hier aufhalten, so Keller, Architekt von Winterthur, der uns einst vorturnte, ein Sohn des Färbers Koch, der so ziemlich wie die ganze Familie stolz scheint, und andre dgl. Auch die schon promovirten Mediciner, so Äppli und der verstorbne Wegelin sind nicht in dem Verzeichniß, ebenso nicht der «kleine» Wolf, der nur hospitierte. Die, bei denen ich nichts beifüge, sind dir entweder schon bekannt, oder dann kenne ich sie selbst nicht, oder nur vom Aussehen: Berthoud, Theol. v. Neuenburg; Bischoff, Med. von Basel? Bonhote, Theol. v. Neuenburg; Chambrier, jur. von Neuenburg (ein Sohn des Staatsraths Ch., mir nicht näher bekannt, scheint aber ein tüchtiger Kopf, auch Schweizer zu sein) Coulon, jur. von Neuenburg; C. v. Escher, jur. von Zürich, Elmiger, med. von Luzern, ein sehr geschickter Mediciner und gefällig gegen alle Schweizer, verreist aber bald; Finsterwald, jur. von Aarau; [Gou...s?], jur. von Bern (ich habe ihn nur ein Mal bei Mülinen gesehen; er schien mir aber ein eitler, nicht sehr gescheider, kurz durchaus widriger Mensch); Henry, Theol. von Neuenburg; Hörler, theol. von Basel, ein stiller, ordentlicher Bursche, der aber auch weggeht; Caspar Honegger, jur. und J. Honegger, philol. (der letztere, ein tüchtiger Philolog, geht nach Zürich zurück); Huber, jur. von Murten, ist schon verreist, und geht nach Heidelberg. Er macht eine größere Reise, da man, wie er sagt, besonders ein Advocat, auf einer solchen Reise mehr lernt, als in einem ganzen Semester. Imhof, med. von Aarau, geht auch fort, so viel ich weiß. Lutiger, jur. von Luzern; ein eitler, widriger Mensch, ein Kameel auctore C. Honegger; C. Meier, jur. von Zürich. Mercier med. von Neuenburg; Merian, med. von Basel, mir nicht näher bekannt; doch scheint er in jeder Beziehung recht; Mülinen, jur. will auch nach Heidelberg gehen; H. [Orelli?], jur. von Zürich; Reinhard, jur. v. Thurgau, Riggenbach, von Basel, theol; ein rechter offner Schweizer und tüchtiger Bursche, Rode, phil. von Aarau? Geschichtsforscher, soll nicht sehr geistreich, aber Schwätzer sein; Romedi, jur. aus dem Engadin, ein dem Aussehen nach baumstarkter Alpensohn; ich kenne ihn nicht näher, habe aber durch die andern Bündner erfahren, daß er ziemlich wild gewesen sei, wegen Disciplinarfehlern die Cantonsschule in Chur habe verlassen müssen, ein Mal auch in Zürich an das Gymnasium habe treten wollen, aber nicht im Examen bestanden sei und darauf wegen der Zeitversäumniß dem Rektor Escher (stelle dir ihn vor!) «wüst gseit» habe; H. Schultheß, phil., H. Schweizer, phil. v. Zürich; v. Sprecher-Bernegg, jur. v. Chur, ein zutraulicher, auch nicht dummer, aber phlegmatischer und oft zerstreuter Mensch; Stoll, phil. v. Thurgau; Tscharner, jur. von Chur, mit Schnurrbart à la Abyberg, kein großes Genie, sonst aber nicht unangenehm; endl. G. und F. Wyß. – Immatriculirt sind im Ganzen 1616 Studenten, worunter 488 Juristen.|

Wegelins Tod hast du wohl schon lange erfahren. Zum Glück für ihn kam noch ein Paar Tage vor seinem Ende sein Vater an, was ihn sehr aufheiterte. Immer noch dachte er an baldige Abreise, und bedauerte nur, daß sein Vater noch einige Zeit in Berlin warten müsse, bis er die Reise unternehmen dürfe. Eine fürchterliche, wenn auch nicht sehr schmerzhafte Krankheit ist doch diese Auszehrung. Noch einen Monat vorher hatte W. den Frick an derselben Krankheit sterben sehen, hatte ja die Natur der Krankheit selbst als Arzt vollkommen studiert, und dennoch verkannte auch er seinen Zustand, wie es bei dieser Krankheit fast immer geschehen soll. In den letzten Tagen nach der Ankunft seines Vaters war W. sehr gereizt, und wollte, um sich nicht anzustrengen, durchaus keinen seiner Freunde bei sich sehen, während er vorher sehr gern gesehen hatte, wenn ihm Jemand etwas erzählte oder vorlas. Auch sein Vater hatte trotz der offnen Erklärung des Arztes noch nicht die Hoffnung auf Rettung aufgegeben, und suchte eine Wohnung auf dem Lande für ihn zu miethen, da er einsah, daß jetzt an eine Reise nicht zu denken sei. Schneller aber als selbst der Arzt erwartete, zerriss der Tod alle Plane für die Zukunft, und uns blieb nichts übrig, als unsern Freund, schon den dritten Schweizer in diesem Semester zu Grabe zu begleiten.

Auch Klenze's Tod traf uns sehr schmerzlich. Nicht nur die Art des Todes, (am Freitag hatte er noch gelesen, am Samstag Nachts war er todt) verbreitete allgemeine Bestürzung, indem man, zum Glück ohne Grund, fürchtete, die Cholera ausbrechen zu sehen; sondern auch was wir an ihm verloren haben, fühlen wir nur zu sehr. Über seine Leistungen und Kenntnisse, die verschieden beurtheilt werden, kann ich im Ganzen nicht urtheilen; aber in der Rechtsgeschichte, die wir hörten, war er jedenfalls sehr zu Hause, und hielt sich, was so angenehm ist, nur an das Sichere, baute nicht auf Conjecturen weiter, ohne deswegen im Mindesten etwas gegen Niebuhr zu streiten, den er vollkommen anerkannte. Noch mehr aber hätte er uns werden können, durch seine Zugänglichkeit. Er war der einzige Jurist, der im Winter regelmäßig empfing, und der auch sonst den Besuchenden in jeder Beziehung sich hülfreich erwies. Jetzt haben wir in dieser Beziehung keine glänzenden Aussichten. Savigny ist schon alt, von etwas geschwächter Gesundheit und mit seinen Arbeiten für die Wissenschaft wie für seine Stelle als Oberrevisionsrath zu beschäftigt, als daß er gern Besuche annähme. Er bespricht sich mit den Studierenden nur im Sprechzimmer der Universität freilich dann sehr gefällig und freundlich. Rudorf hält sehr viel auf den Schweizern und wird von seinen Zuhörern geliebt. Da wir jedoch an ihn nicht empfohlen sind, und nächstes Semester wohl noch nichts bei ihm hören werden, so sind wir noch von ihm entfernt. – Es heißt, an die Stelle von Klenze werde wahrscheinlich Dirksen treten, der Professor in Königsberg ist, aber an hiesiger Universität schon liest. – Von unserm Treiben kann ich dir wenig melden. Ich habe in diesem Semester, wie auch Wyß, Niebuhr mit Livius etc. recht durchgemacht, was sich zu unsern Collegien bei Savigny und Klenze recht gut schickte; doch bin ich noch nicht zu Ende, und könnte auch nicht sagen, daß mir Alles, was ich durchgemacht habe, ganz gegenwärtig und klar sei. In manchen Punkten kommen mir die verschiedenen Meinungen Niebuhrs, Savignys, Klenzes & Andrer noch etwas durch einander. Ich hoffe aber, dieses werde sich verlieren, wenn ich nach Beendigung des Curses Alles überblicken kann. Klenze's Vorlesungen werden jetzt durch einen Privatdocenten Schmid fortgesetzt; derselbe ist ein anmaßender junger Mann mit affectirtem Vortrag; indessen werden wir doch probiren, ob es sich der Mühe lohnt, ihn zu hören, da es jedenfalls für uns sehr unangenehm wäre, mitten im Curse stehen zu bleiben. – Den 27. – So eben komme ich aus Schmids Vorlesungen zurück, entschlossen, wenn ich nicht höre, daß es besser wird, nicht mehr hinzugehen. Mit ungemein widrigem Vortrag trifft zusammen, daß er wenigstens heute gar nichts neues vorgebracht hat, nur was man schon weiß, und kaum was in Klenze's Lehrbuch steht. Dazu liest er um 2 Uhr Nachmittags, während wir sonst Nachmittags fast immer frei haben.

Wann unsre Collegien zu Ende gehen werden, weiß ich nicht. Viele Professoren werden wohl vor Mitte August schließen. Savigny, auf den bei uns am meisten ankommt, hat jedenfalls noch ein schönes Stück Arbeit vor sich. Bis jetzt haben wir außer der Einleitung und äußern Rechtsgeschichte erst das allgemeine Actionenrecht, das Sachenrecht und den allgemeinen Theil des Obligationenrechts gehabt. Heute sind wir zum speciellen Obligationenrecht übergegangen, und haben also noch außer diesem das ganze Familienrecht und Erbrecht vor uns. Freilich wird er später statt 4 Mal 6 Mal wöchentlich lesen; ich denke aber, er werde doch wenig vor Ende Augusts zu Ende kommen. Wohin ich in den Ferien gehen werde, weiß ich auch noch nicht. Da mein Bruder Martin im Herbste nach Zürich zurück kehren wird, so könnten vielleicht meine Eltern eine Reise nach Deutschland damit verbinden. Ich zweifle aber daran, und wenn dieses nicht ist, so gedenke ich mit G. und F. Wyß eine Reise zu machen. Wohin, ist noch ungewiß. Da G. Wyß wahrscheinlich mit Ostern Berlin verläßt, so würde er gern nach Schweden gehen; und bereits ist die Frage um Erlaubniß zu dieser Reise an Jkr. Bürgermeister abgegangen. Die Antwort wird sich aber wohl noch etwas verzögern, da dieser den Sommer in Interlaken zubringt. Mir wäre es lieber, diese Reise auf das folgende Jahr zu verschieben, nicht nur um den dazu nöthigen Aufwand von Zeit und Geld zu verschieben (denn von Berlin fort möchte ich auf jeden Fall auf einige Wochen), sondern besonders weil ich dann wohl auch dich zum Reisegefährten hätte. Da ich aber auf diese Ferien sonst keine Reisegesellschaft weiß, und auch nicht wissen kann, ob im folgenden Jahre irgend welche Hindernisse diese Reise unmöglich machen würden, so denke ich, falls die Erlaubniß dazu mir und den Wyß'en zukommt, Gebrauch davon zu machen. Ich hoffe, du werdest mir darüber nicht zürnen. Hätte ich annehmen dürfen, daß du deine Reise durch die Niederlande aufgäbest, so würde | ich, woran auch Wyß dachte, dir vorgeschlagen haben, in Hamburg mit uns zusammen zu treffen. Ich denke aber, jene Reise werdest du nicht so leicht wieder machen können; und so wollte ich mit Schreiben warten, bis wir einen bestimmten Plan hätten. Da nun aber Wolf direkt nach Bonn geht, so gebe ich ihm diese Zeilen mit, und werde dir später jedenfalls noch anzeigen, wohin wir gehen. Bist du noch Ende August in Bonn, so wird dich wohl Mülinen besuchen, der auf seiner Ferienreise dorthin kommen wird.

Mit vielen Grüßen an Blumer, Wolf und die andern Zürcher, die frelich der Überbringer dieses Briefes auch mündlich bestellen kann, auch von Wyß, schließe ich für jetzt und bleibe

Dein

J. Escher.

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