Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher, Heinrich Schweizer – Clementine Escher

AES B0108 | ZBZ FA Escher vG 207.104

In: Jung/Fischer, Escher Briefe, Band 2, Nr. 3

Clementine Escher an Alfred Escher und Heinrich Schweizer, Belvoir (Enge, Zürich), Dienstag, 24. Juli 1832

Schlagwörter: Reisen und Ausflüge

Briefe

Meine herzinniglich geliebten Brüderchen.

So gern ich mit Euch den herrlichen Rigi besteigen & so einen schon lange gehegten Wunsch befriedigen möchte, so sehe ich doch ein, daß dieß unmöglich ist, da ich keine einzige meiner Gespielinnen wüßte, deren Gesellschaft mir angenehm wäre, da die einzige, welche es mir lieb wäre zur Gesellschafterinn zu haben, abwesend ist. So werde ich diesen Genuß auf ein ander Mahl versparen müssen & mich mit dem angenehmen Gefühle, welches Euere bereitwillige Güte, mich mitzunehmen & an Eueren Freuden Theil nehmen zu lassen, in mir erregt hat, begnügen. |

Wir kamen gestern um mit H. Hauser1 zu reden 20 Minauten vor 10 Uhr in Belvoir glücklich & wohlbehalten an & ich verzehrte daß Kräfte sich zum Guten mehren. Nicht wahr Sulgritli? noch mit ziemlichem Appetite eine Schüssel voll Erdäpfel! Prosit die Mahlzeit!! –

Adieu, geliebte Büblein, seyd herzlich gegrüßt & mit den besten Wünschen zu Euerer Reise begleitet von dem Fräulein, residierend im Belvedere der Enge welches sich nennt seines l. Hrn. Schweizers & guten Alfreds treue:

Clementine

Belvoir. VII. 24. 32.

P. S. Viele Grüße an Euern ehrwürdigen Großvater2 . Haltet sein graues Haupt, die wenige Zeit, welche er noch bey Euch bleibt, wie hoffentlich bisher geschehen ist, in Ehren. Seinen Gruß an Großmi3 | werde ich beym Mittagessen ausrichten.

Alfreden ist gebethen, Azor in meinem Nahmen einen zärtlichen Kuß zu geben & ihn meiner Zuneigung zu versichern! –

Hrn. Schweizer ist erlaubt, mir einige seiner schmackhaften Geduldszeltchen4 oder wie sie heißen mögen, wohl in Papier gewickelt, auf daß sie nicht durch den Träger einen überflüssigen Stall-Geruch erhalten, zu übersenden.

Und hiemit Gott befohlen!

Kommentareinträge

1Person nicht ermittelt.

2Person nicht ermittelt

3Vermutlich Anna Escher-Keller (1756–1836), Tochter der Elisabetha Keller-Hirzel und des Hans Caspar Keller, ab 1775 Ehefrau von Hans Caspar Escher-Keller; Mutter Heinrich Eschers, Grossmutter von Alfred und Clementine Escher.

4 «Geduldszeltli» oder Hosenknöpfe: traditionelles Zürcher Gebäck aus Eiweiss, Zucker und Mehl. Vgl. Kulinarisches Erbe CH online.