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Korrespondenz: Alfred Escher – Heinrich Schweizer

AES B0098 | ZBZ FA Escher vG 207.104

Alfred Escher an Heinrich Schweizer, Zürich, Dienstag, 6. September 1831

Schlagwörter: Freundschaften, Haus und Garten (Bewirtschaftung)

Briefe

Zürich. 6ten 7ber

Theuerster Lehrer!

Wie freuten sich Papa und Mamma diesen Morgen, als sich die Wolken etwas verzogen hatten, und der Himmel ein wenig lichter war! 6 Schreiner kamen, weil sie auf den ersten schönen Tag bestellt worden waren, um Meublen ins Schiff zu tragen; als man sich nach diesem umsehen wollte, das auf d. ersten schönen Tag bestellt worden war kam es heraus, daß der Schiffmann, glaubend, daß das Wetter, Meublen zu ziehen, nicht erlaube, das Schiff für diesen Tag ausgemiethet hatte. Also konnte man gar kein Schiff laden, weil sonst keines da war, das mit einer Brücke, wie dieses versehen worden war. Diese mannigfaltigen Hindernisse zwingen uns, Morgens nicht nach Belvoir zum Bleiben zu gehen; Donnerstags ist Feyertag; also können wir auch an diesem Tage nicht gehen, dagegen auf Freytag wird das eigentliche Ziehen dorthin abgestellt werden, Sie können also Ihren lieben Brief mir noch zum letzten Mahle (!) in den Neuberg senden! Um 12 Uhr. noch einige Worte. Verzei hen Sie mir d. schlechte Schrift, wegen Mangel an Zeit! Also auf Wiedersehen für ein Paar Zeilen auf 12 Uhr!

12 Uhr.

Ihren Brief, für den ich Ihnen tausend Mahl danke, erhielt ich diesen Morgen! Sie unterschreiben sich wohl ganz der Unsrige, aber Sie fühlen gewiß mit uns, daß, wenn dieses der Fall wäre, Sie uns in diesen müh- und kum mervollen Tagen umgeben würden. Aber ach! es ist leider nur zu wahr, daß Sie jetzt mehr denen angehören, denen die Pflicht Ihnen gebiethet, Ihre Kräfte zu widmen!

Die gewiß oft peinliche Unruhe, in die die Ihnen bekannten Hindernisse in den so ange häuften Geschäften Mamma versetzt, wirken nachtheilig auf Ihre Gesundheit, und erregen oft bey ihr die Besorgniß, ob wohl ihre Kräft hinreichen werden das das [...?] bevor stehende Mühsame zu ertragen? Wie viel würde ein tröstendes, theilnehmendes Wort eines mitfühlenden Freundes erleichtern!

Die freundlichsten und herzlichsten Grüße von den Lieben und Theuren im Neuberg, schickt Ihnen der Sie umarmende mit ganzer Seele an Ihnen hängende

A.

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