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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Rüttimann

AES B0060 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#422*

Johann Jakob Rüttimann an Alfred Escher, s.l., Freitag, s.d.

Schlagwörter: Bundesrat, Wahlen

Briefe

Mein l. Freund.

Da ich heute Abend ins Theater gehe & Dich also kaum sehen werde, so theile ich Dir bloß mit, daß ich, je länger ich über die Sache nachdenke, um so weniger dem Listen-Skrutinium Geschmack abgewinne. Bei sieben Wahlen, bei denen auf den Wohnort, die Nationalität & die Konfession & die politische Anschauung der Kandidaten Rücksicht zu nehmen ist, wagt man mit dem Listen-Skrutinium zu viel. Es könnte leicht ein Ergebniß heraus kommen, das der Versammlung sehr unerwartet wäre. Ich glaube, es wäre nicht wohl gethan, wenn diejenigen, welche mit der Erfrischung des Bundesrathes | Maß & Ziel halten wollen, einer sehr unsichern Zusammenwürfelung von Minderheiten die Thüre öffnen wollten.

So viel bloß zu meiner eigenen Rechtfertigung bei der Stimmgebung von morgen; nicht um auf Dich ein zu wirken.

Mit herzlichem Gruße
ganz der Deinige

J R.

Freitag Abends

Mein Bankprojekt habe ich noch einmal umgearbeitet & es dann der N.Z.Z. eingesandt, da ich mich überzeugte, daß für eine Besprechung desselben jetzt keine Zeit sei.

Kontexte

  • s.d.