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Korrespondenz: Alfred Escher – Oswald Heer

AES B0017 | ZBZ Nachl. O. Heer 184.1

Alfred Escher an Oswald Heer, s.l., Freitag, s.d.

Schlagwörter: Freundschaften, Krankheiten, Universitäre Studien

Briefe

Mein lieber, theurer Herr Heer!

Gestern Abend als ich die mir aufgetragenen Gegenstände in Ihren Koffer packte waren Ihre Schuhe noch nicht da und ebenso wenig die Brille. Ich hatte also damals schon im Pane, Ihnen ihr Gegenstände nachzuschicken. Heute erhielt ich noch Aufträge durch Ihren Brief v Wädensweil aus für den Schöpfer (dessen Handhabe ich wie die des nach Nufnen gesandten auf d Päckchen aufbinde) u Hegetschweilers Alpenreise. Dsn konnte ich aber auf Ihrem Büchergestelle nicht finden, da ich mir aber dachte, es dürfte wohl «d Reise in den Gebirgs stock zwischen Glarus & Graubündten» darunter verstanden sein, so sandte ich Ihnen mein Exemplar. Hoffentlich mangelt Ihnen nun nichts mehr.

Wie sehr muß ich wünschen &. wie sehr wünschen auch d lieben Meinigen, daß Sie Ihren innigst verehrten Vater in tröstlichem Zustande getroffen haben. Jedenfalls darf es Sie nicht gereuen, am Donnerstag schon zu seinem Besuche abgereist zu sein. Die 2 College, die Sie insofern versäumten, werden v d. andern Professoren (wie ich höre beinahe allen, deren Collegien wenigsten v dgl. Studenten, die das Ihrige hören, besucht werden) nur vereinzelt nach den Ferien versäumt. Und sollte auch nicht der Fall sein, wenn man den Vater leidend weiß, wie könnte man fern von ihm bleiben und ohne ihn zu pflegen, wenn man nicht muß, unausweichlich genöthigt ist.

Möge ich recht bald die erfreuliche Nachricht seiner Wie dergenesung – wie sehr werde ich Ihre Beruhigung darin finden – ver nehmen! Der Vater im Himmel walte über ihm, der ihn so eifrig bekennt! Die besten Wünsche von den Meinigen! Morgen verreise ich und ich weiß nicht vor Geschäften, wo mein Kopf steckt. Adieu, mein theuerster, auf frohes Wiedersehen!

Ihr ewig dankbarer Schüler Alfred Escher.

Freitg Nachts.

Kontexte

  • s.d.